Abtreibung der Menschlichkeit
und warum Humanismus das Problem nicht lösen kann

Krasse Haßzitate vom Feministinnen werden von einigen Aktivisten zwar gesammelt, Hintergründe jedoch gerne übersehen.

«Ich hatte einen Parasiten und mich darüber gefreut …
Ich als Wirtin eines Parasiten, um es mit Simone de Beauvoirs Worten (Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Hamburg 2003, S. 629) zu sagen.»1 (kleinerdrei)

Die Bezeichnung menschlichen Lebens als „Parasiten” hat in der feministischen Bewegung Tradition, ist bereits bei der Altfeministin Simone de Beauvoir dokumentiert, wurde von späteren Feministinnen zustimmend zitiert, weil es die eigene Gefühlslage ausdrückte. Diese Bezeichnung für Menschen gleicht den übelsten faschistischen Ausfällen.

«Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins aber gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.»2 (Adolf Hitler, „Mein Kampf”)

Damit ist eine weitere Ähnlichkeit von Feminismus und Faschismus aufgezeigt worden, wie auch in Artikeln der letzten Tage und meinen Buchreihen seit langem.

Wir können die Zusammenhänge und Grundlinien nicht verstehen, wenn wir bei krassen Aussagen stehenbleiben. Grundlegendes Phänomen ist dabei die angeborene schiefe Wahrnehmung der Geschlechter und die damit verbundene Neigung von Gesellschaften, Frauen zu bevorzugen. Ursprünglich gab es das Ideal, Verbrechen allgemeingültig zu formulieren und zu bestrafen, unabhängig davon, wer die Täter sind. Jedoch zeigt sich (siehe auch Martin van Creveld, „Das bevorzugte Geschlecht”), daß Taten, die überwiegend weiblich sind oder dafür gelten, immer leichter entschuldigt und entkriminalisiert wurden, wogegen Taten, die überwiegend männlich waren oder dafür galten, tendenziell entweder kriminalisiert und stärker geahndet wurden, wenn sie als schädlich gelten, oder zur männlichen Pflicht erklärt, sofern sie nützlich sind. Hätte ein Mann ein Kind getötet, wäre er als scheußlicher und gefährlicher Verbrecher abgeurteilt worden. Dafür wurde der Kampf gegen Heere, die Land, Familien und Menschen mit Gewalt bedrohen, zur männlichen Kriegspflicht.

Töteten Mütter ihr Kind, wurde das ursprünglich ähnlich gesehen wie eine Kindstötung durch einen Mann, obwohl Frauenbevorzugung auf allen Feldern zu allen Zeiten wirkte und nachweisbar ist. Dann jedoch setzte eine Entwicklung ein, die angeboren ungleiche Wahrnehmung verstärkte, Mütter zunehmend entschuldigte, was das ungeborene Kind in letzter Konsequenz zu „weiblichem Besitz” machte, über den Frauen nunmehr allein entscheiden. Das drückte der feministische Kampfruf „Mein Bauch gehört mir!” aus. Mit dem Bauch gehörte das ungeborene Kind der Frau. Es hatte kein Recht, kein eigenes Lebensrecht; sein Körper gehörte weder sich selbst, noch dem Ungeborenen, das somit weder Lebensrecht hat noch ein vergleichbares Recht auf seinen eigenen Körper. Der Bauch des Ungeborenen gehörte damit ebenfalls der Frau. So wurde es nur nicht dargestellt, weil das keine gute Propaganda ergibt. Ebenso entrechtet war der Mann und sein Körper, der wider Willen zum Vater gemacht und dann abkassiert werden konnte, aber kein Mitspracherecht hatte, wenn er sein Kind lebendig wünscht. Der Körper und Samen des Vaters wurde ebenso zur weiblichen Verfügungsmasse ohne vergleichbare Rechte des Mannes. Es war ein einseitiges, rein weibliches Recht entstanden, das sowohl Männern als Föten, die bereits Gefühle zeigen und lernen können, jegliches Recht und Lebensrecht abspricht.

Eine ähnliche Entwicklung ist typisch für so ziemlich alle Kampagnen aller feministischen Wellen. Übliche Propagandafloskeln „Wir wollen doch nur Gleichheit” geben ein sehr falsches Bild; tatsächlich wurde immer bereits bestehendes Ungleichgewicht zugunsten von Frauen verstärkt. Außerdem betraf „Gleichheit” immer nur einstige Stärken des Mannes, die nötiges Gegengewicht zur biologischen Dominanz des Weiblichen bei Tier und Mensch sind. „Gleichheit” auf dem Gebiet weiblicher Stärken ist biologisch unmöglich, wurde auch nicht zu erreichen versucht.

Diese Entwicklungsrichtung wurde sogar noch weiter radikalisiert von Vorschlägen, Müttern noch nach der Geburt ein Mordrecht „nachgeburtlicher Abtreibung” einzuräumen.

«Sollte „Abtreibung”, also Kindstötung, auch nach der Geburt noch möglich sein?»3 (heise)

Die Abtreibungskampagne des Feminismus hatte eine zentrale Bedeutung; sie war laut Selbstdarstellung ihrer Aktivisten Startschuß der „neuen Frauenbewegung” oder „zweiten feministischen Welle” in der Alt-BRD.

Über einigen krassen Beispielen und den Faschismusbezügen werden gewöhnlich weitere Zusammenhänge, das einfach-menschliche vergessen. Von Natur aus werden Frauen Mütter, sind daher von der Evolution (für Religiöse: Gott) mit besonderen Instinkten und Gefühlen ausgestattet. Unter natürlichen Umständen sind Schwangerschaft, Geburt und die Anwesenheit eigener Kinder wichtige, zentrale Ereignisse weiblichen Lebens, entscheidend für Glück und Zufriedenheit. Unfruchtbarkeit ist für Frauen unter natürlichen Bedingungen eine schwere Belastung.

Nachgewiesen ist auch, daß Abtreibung auf die weibliche Psyche ähnlich wirkt wie der Tod nahestehender Familienangehöriger: recht häufig löst sie starke Depressionen aus, die der Trauer um Verstorbene gleicht. Der Psyche des Menschen stand die ursprüngliche Gesetzeslage näher. Es kann nun nicht verwundern, daß viele der Frauen, die im Stern bekundeten „Ich habe abgetrieben!”, womit die Frauenbewegung der BRD nach eigenen Angaben begann, später vielfach massive depressive Zustände hatten – abgesehen von Lesben wie Alice Schwarzer, die schon damals gelogen hatte, als sie eine Abtreibung behauptete. Ihre Depressionen erklärten jene heterosexuellen Frauen mit einer unsinnigen Verschwörungstheorie von „patriarchalischer Unterdrückung”, kamen nie auf den Gedanken, daß sie selbst verantwortlich sind für ihr Leben, eine der selbstverursachten Auslöser ihres Leides eine Abtreibung war.

«Mit einem ‚Post Abortion Syndrom’ haben Frauen aller Be­rufs- und Gesellschaftsschichten zu kämpfen. Ein Tabu – ein Leid, über das nicht gesprochen wird … schätzt die Quote der betrof­fenen Frauen nach einer Auswertung internationaler Daten auf 35 Prozent … nennen sogar 80 Prozent.» (Focus 20/1995)

«Viele Frauen brauchen nach einem Schwanger­schafts­ab­bruch Hilfe, um mit den psychischen Folgen zurechtzu­kom­men.» (Focus 20/1995, S. 96)

«Als Psychotherapeutin habe ich täglich mit Frauen zu tun, die als Folge einer Abtreibung die schwersten psychischen Schäden bewältigen müssen. Es ist ein entsetzliches und ein­sames Leiden und Ursache unglaublich vieler psycho­so­ma­ti­scher Störungen, oft über Jahrzehnte.» (Leserbrief Focus 22 /  1995)

Jede gesunde Frau einer noch halbwegs intakten Kultur hätte entsetzt reagiert, wenn Ungeborene als „Parasiten” bezeichnet werden, was menschlichen Wesen das Menschsein abspricht, Töten und Morden entschuldigen soll wie Adolf Hitlers Parasitenbezeichnung den Massenmord an Juden vorbereitet, fordert und rechtfertigt. Dieser funktionale Hintergrund der Bezeichnung „Parasit” für Menschen ist offenkundig.

Jede gesunde Frau einer halbwegs intakten Kultur hätte Personen, die solche Äußerungen tun, als gestört, gefährlich, entsetzlich oder böse eingestuft. Sie hätte einen Mangel an Gefühl, Mitgefühl, Sozialverhalten empfunden und wäre alarmiert gewesen. Bereits menschlich und psychisch wäre ein schwerer Schaden diagnostiziert worden, zu dem sich noch ideologische Verirrung gesellt, die solche krasse Äußerungen erst hervorbringt. Wir dürfen auf keinen Fall diese Seiten des Problems übersehen: menschliche Verirrung und ideologische Verirrung.

Wie kann man Personen, die solche Äußerungen, menschliche Wesen als „Parasiten” bezeichnen, vertrauen? Wie kann man solchen Personen Kinder anvertrauen? Doch genau derartige Personen erhielten vom Staatsfeminismus die Macht in unserer Gesellschaft, betreuen Kleinkinder in Kindertagesstätten, später in Kindergärten, sind Lehrerinnen an Schulen und Universitäten, oder in sozialen Berufen tätig, beim Jugendamt und überall, wo Entscheidungen getroffen werden. Solche Personen gendern unsere Kinder, bringen ihnen „sexuelle Vielfalt” bei, lehren damit Homosexualität und Umkrempeln der Natur, bringen ihnen von kleinauf feministische Weltsicht und Prinzipien bei. Solche Personen sorgten dafür, daß Feminismus, Gender Mainstreaming und Verbreitung politisch korrekter Gesinnung zum Staatsauftrag und vom Staat bezahlt wurde, wertneutrale Vermittlung von Fakten, Methoden und selbständiges Denken als Lehrinhalte verdrängte.

Wer so gefühllos ist gegenüber frühkindlichen Wesen, ist es leicht auch gegenüber Männern. Über krassen Männerhaß brauchen wir uns nicht zu wundern. Solch rücksichtsloser feministischer Egoismus prägt auch die Zerstörung menschlicher Natur und Kultur, aller natürlicher Bezüge beider Geschlechter, die es gar nicht mehr geben darf: Konkurrenz statt Ergänzung, Konflikte statt Mitgefühl und verstehender Liebe.

Wenn es um die Kritik solchen feministischen Hasses geht, setzen sich abermals zu oberflächliche Sichten durch, die wesentliche Kernfragen leichtfüßig übergehen. Meine grundsätzliche Kritik wurde seit 30 Jahren ignoriert. Dies gilt auch heute noch, sogar für viele Aktivisten. Wie es der evolutionären Rolle des Mannes entspricht, der in männlichen Hierarchien gegen andere kämpfen muß, um einen Platz zu erringen, der ihm Zugang zu Frauen verschafft, sind manche Aktivisten nicht solidarisch. Lieber ignorieren sie Analysen und Ergebnisse von anderen, auch wenn diese tiefer graben als ihre eigenen, grenzen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zu Einzelfragen aus, statt zusammenzuarbeiten und die Ergebnisse anderer solidarisch zu nennen. Stattdessen produzieren sie sich selbst, wodurch sogar der Kampf um Rechte auch für Männer zu einem evolutionären Hierarchiekampf von Platzhirschen wird. „Ich habe keine Probleme damit”, tönen sie gern, wenn ich auf weibliche Dominanz durch „sexuelle Selektion” hinweise. Das ist unklug, denn ein zentrales Problem männlichen Lebens wird so von Konservativen und sogar „Männerrechtlern” höhnisch abgetan oder ausgeblendet. Dabei betrifft es, wie genetische Studien belegen, 80 Prozent der Männer. Nur eine kleine Minderheit nicht, doch die sind „Kriegsgewinnler des Feminismus” und daher nicht in einer Position, aus der heraus sie für Männer sprechen dürfen! Aufwachen tun viele erst dann, wenn es sie selbst betroffen hat. Doch dann ist es zu spät. Solidarität kann nur funktionieren, wen man bereits solidarisch mit Verlierern ist, solange man noch nicht selbst dazu gehört.

Andere versuchen, die Argumentation gegen Feminismus einseitig auf eine politische, weltanschauliche oder philosophische Richtung zu beschränken oder aufzubauen.

Neben der Beschränkung auf „linke Männerpolitik” grassiert derzeit eine Abstützung auf „Humanismus”. Zweifellos ist der Humanismus im Kern eine schöne Philosophie, wie es auch die darauf folgende Aufklärung im Kern gewesen ist. Als persönliche Ansicht ist das sicherlich eine interessante Bereicherung. Jedoch ergeben sich daraus gleich eine Reihe schwerwiegender logischer Probleme, die zu einem Scheitern führen müssen, wenn eine allgemeine, umfassende Kampagne darauf aufgebaut wird.

(1) Um etwas zu bewirken, muß eine Mehrheit angesprochen und mobilisiert werden. Da es eine Vielzahl verschiedener Philosophien gibt, vielleicht hunderte interessanter Strömungen, bedeutet jede Auswahl einer Philosophie den Ausschluß aller Menschen, die nicht dieser einen Philosophie anhängen, sondern einer anderen, oder vielleicht skeptisch gegenüber allen philosophischen Richtungen sind. Sich auf eine politische oder geistige Richtung zu stützen, spaltet. Wer spaltet, verliert.

Deshalb sollte auch politisch das ganze freiheitliche Spektrum willkommen geheißen werden.

(2) Humanismus und Aufklärung taugen nicht als Rettungsanker gegen Feminismus, weil sie Schattenseiten haben, diesen vorbereiteten.

* Zeitgleich mit Humanismus verbreitete sich Misandrie, wie in vorigen Artikeln belegt. Zeitgleich mit der daraus hervorgehenden Aufklärung verstärkte sich Misandrie immens.

* Humanismus und Aufklärung begannen mit säkularer moralischer Belehrung und Umerziehung des Menschen, was wiederum zu den feministischen Wellen und der Machtergreifung des Staates im Privatleben führt. Man kann eine Philosophie, die heutige Ideologie vorbereitete, nicht gegen ihre „Folgen” als Rettungsanker benutzen.

Der Zusammenhang zwischen Humanismus und Feminismus reicht bis in das Thema ungeborenes Leben:

«Ähnlich ist die Haltung von Nick Pollard vom Damaris Trust, der sagt, man habe dies schon lange kommen sehen, weil die Argumentation der von vielen „säkularen Humanisten” entspreche, die einen „grundsätzlichen Unterschied zwischen einem ‚menschlichen Wesen’ und einer ‚menschlichen Person’ machen”. Und wenn dann einige menschliche Wesen keine wirklichen Personen seien, sei es auch nicht moralisch falsch, sie zu töten.»4 (heise.de)

Wer sich gegen Feminismus auf Humanismus allein beruft, bietet diesem eine Steilvorlage.

«Christen lehnen ‚nachgeburtliche Abtreibung’ ab
1. März 2012 …
„Säkulare Humanisten mögen Kindstötung gutheißen wollen.”»5 (christiantoday)

* Beide Philosophien begannen mit der „vernunftgemäßen” Umgestaltung der Welt, die auch natürliche Kultur, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern aushebelte, was für ein Ungleichgewicht sorgt und Menschen entwurzelt. Feminismus entstand aus diesem Vakuum und Ungleichgewicht heraus, das solcher Kulturverlust schuf, um diesen Verlust zu verstärken und zum Grundprinzip zu erheben.

Daher benötigen wir eine Analyse dessen, was im Abendland schiefgelaufen ist, wie sich Misandrie, Frauenverherrlichung, Zerstörung menschlicher Natur und Kultur entwickelte. Keine Philosophie oder politische Gesinnung, die Teil dieses Prozesses war, kann uns aus diesem Prozeß heraushelfen. Ein solcher Versuch ist wie das Bemühen, sich am eigenen Schopf aus einer Schlammgrube zu ziehen.

Hier gehts zu den Büchern:

anmache-umschlag

Fußnoten

5 «Christians reject ‘after-birth abortion’
01 March 2012 …
“Secular humanists may want to embrace infanticide.”» (http://www.christiantoday.com/article/christians.reject.afterbirth.abortion/29416.htm)

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